Das Bewegungsbedürfnis unserer Hunde

August 24, 2018

 

Viele wünschen sich eine Antwort, die in etwa so aussieht: "1,5 Stunden am Tag durch den Wald oder Ball spielen und jeder Hund ist glücklich."... Auch ich wünschte mir so eine einfache und allgemeingültige Antwort - Obowhl es diese Antwort natürlich nicht gibt, ist es mit etwas Einfühlungsvermögen einfach herauszufinden, wieviel und welche Art von Bewegung dein Hunde braucht. Das Bedürfnis  ist z.B. stark abhängig von Alter, Gesundheitszustand, Hunderasse, individuellen Vorlieben, Jahreszeit uvm....

 

Welche Formen der Bewegung gibt es?

 

Natürlich ist Bewegung nicht gleich Bewegung. Eine Stunde an der Leine Spazierengehen gibt den wenigsten Hunden das, was Sie tatsächlich brauchen. Das führt nicht selten zu Frust beim Hund, der sich in unerwünschtem Verhalten oder leichter Erregbarkeit zeigt. Auch eine Stunde intensives Ballspielen führt nicht selten zu einem hohen Stresslevel deines Hundes, was sich bei häufiger Wiederholung sogar schlecht auf die Gesundheit auswirkt. Es ist natürlich nichts gegen gelegentliches Ballspielen einzuwenden - Achtet jedoch besonders auf eure Hunde. Beobachtet wie schnell euer Hund sich nach dem Ballspielen beruhigt. Ist er noch 2 Minuten nach Spielende aufgeregt und versucht immer wieder an den Ball zu kommen, obwohl dieser schon eingepackt ist? - Dann empfehle ich euch das Ballspielen einzuschränken.

 

Der altbewährte Spruch gilt also auch beim Thema Bewegung: Qualität geht vor Quantität!

 

Was bedeutet Qualität im Bereich Bewegung?

 

Hunde sind soziale Tiere - so wie wir Menschen. Unter qualitativ hochwertiger Bewegung zähle ich die Beschäftigung mit Artgenossen oder mit dem Menschen. Wo und in welcher Form diese Beschäftigung stattfindet hängt ganz von euch und euren Hunden ab. Die einen lieben lange Spaziergänge durch den Wald, bei denen gemeinsam die Gegend erkundet wird. Andere spielen lieber mit Artgenossen oder bringen Gegenstände zum Menschen zurück. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich auf Spaziergängen mit seinem Hund zu beschäftigen, dass sowohl Mensch als auch Hund nie langweilig werden muss.

 

Woran erkenne ich, dass mein Hund ausgelastet ist?

 

Beobachtet eure Hunde im Alltag: Auch ein erwachsener Hund sollte bis zu 20 Stunden pro Tag ruhen. Ruhen bedeutet: Liegen, Schlafen, Dösen, Entspannen. Die restlichen 4 Stunden sind eure gemeinsame Zeit. Das heißt nicht, dass ihr 4 Stunden im Wald umherlaufen müsst. Eine halbe Stunde spielen, eine Stunde die Welt erkunden, zwischendrin kleine Übungen und schon seit ihr schnell bei ausreichend hochwertiger Beschäftigung für eure Hunde. Und wenn am Wochenende eine große Wanderung stattfand, dann darf euer Hund auch gerne mal einen Tag komplett ruhen. Hunde wollen, wie wir Menschen einst auch und teilweise immer noch, die Welt entdecken! Häufig entstehen Verhaltensprobleme weil Hunde aus Langeweile frustriert sind und diese aufgestaute negative Energie sich seine Ventile sucht. Macht euer Hund häufig Dinge kaputt? Regt er sich sehr schnell auf und wird wütend? Eine mögliche Ursache kann zu wenig oder eine falsche Art der Bewegung/Beschäftigung sein.

 

Auch zuviel Bewegung und zuviele Eindrücke können Überforderung und Frust hervorrufen. Genau wie wir Menschen brauchen Hunde Zeit die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten. Insbesondere bei unsicheren Hunden gilt hier: Weniger ist mehr! Bei extremen Fällen können zwei hochwertige Lernerfahrungen pro Woche vollkommen ausreichen!

 

 

 

Wie ich es mit meinen Hunden mache

 

Amadeo ist 3 Mal die Woche vormittags mit im Hundeclub und spielt dort 2 Stunden mit anderen Hunden. An 2 Wochentagen gehen wir zusätzlich zwischen 30 Minuten und einer Stunde joggen.

Am Samstag findet häufig ein ausgedehnter Spaziergang an wechselnden Orten statt und Sonntag begleiten Amadeo und ich meine Frau beim Ausreiten. Es gibt jede Woche 1 bis 2 Ruhetage. An den Ruhetagen geht es nur morgens, mittags und abends kurz vor die Tür (10 Minuten). Zeit in der Wohnung ist generell Ruhezeit. Hier wird gelegen, geschlafen und ganz selten werden auch mal kleine Suchspiele mit Futter gemacht. In Einzelfällen begleiten mich Amadeo auch zu Einzelstunden.

 

Da Snow ein recht unsicherer/ängstlicher Hund ist, fällt die Woche für ihn deutlich abgespeckter aus. Er begleitet mich 2 oder 3 Mal zum Hundeclub. Zum Samstagsspaziergang begleitet er uns in der Regel auch. Am Sonntag kommt er nur selten zum Pferd mit und hat häufiger einen zusätzlichen Ruhetag. Da ihm Joggen wenig spaß macht kommt er hier auch nur im Einzelfall mit. Für ihn sind 3 komplette Ruhetage pro Woche die Regel und die benötigt er auch, um an den anderen Aktivitäten mit voller Energie und Aufmerksamkeit teilnehmen zu können.

 

 

Ich empfehle dir deinen Hund genau zu beobachten und heraufzufinden nach welchen Aktivitäten dein Hund müde und ausgeglichen ist. Eure gemeinsamen Aktivitäten sollten ein Gleichgewicht zwischen "Action" und "Entspannung" haben. Nur Ballspielen und Rennen ist genauso wenig sinnvoll wie nur langsam an der Leine laufen.

 

Dir viel Freude mit deinem Hund!

 

 

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