Bürohunde – Mehrwert oder zusätzlicher Stress?

October 18, 2018

Gerade in der Start-Up und Agentur-Szene kommen Hunde aus allen Büroecken. Dieser Trend ist sicherlich eine wahre Bereicherung für alle arbeitenden Hundehalter -> Trotz beruflicher Verpflichtungen den Sozialpartner Hund immer bei sich zu haben kann die Beziehung vertiefen und zu einem glücklicheren Hundeleben beitragen. Doch häufig bleibt es nur beim "KANN". Damit der Hund im Büro nicht mehr Stress hat als alleine zuhause (vorausgesetzt es wurde entsprechend trainiert), müssen einige Dinge beachtet werden.

 

Auch die vielen nachgewiesen positiven Effekte, die Hunde im Büro auf die Arbeitsqualität und das Arbeitsklima haben, können sich nur dann entfalten, wenn der Hund nicht zur Belastung im Büro wird.

 

In vielen Fällen sieht doch die Situation leider so aus:

Hunde laufen rastlos umher und hektische Besitzer haben ständig ein oder sogar zwei Augen beim Vierbeiner - "Nicht, dass er wieder etwas anstellt". In diesem Kontext kann ich die Bedenken einiger Unternehmen gut verstehen, die aus Angst vor möglichen negativen Folgen den Hund im Büro ablehnen. Natürlich ist diese Angst, meiner Meinung nach, unbegründet - denn mit den richtigen Tipps und einem Trainer an Bord überwiegen die positiven Effekte in jedem Fall.

 

Wie verbreitet sind Hunde im Büro?

Genaue Zahlen sind hier mangels umfangreicher Statistik nicht nennbar - Der Trend ist jedoch klar: Immer mehr Unternehmen werden "Hundeunternehmen". Bei den großen Vorreitern Google, Amazon oder Zynga sind Hunde am Arbeitsplatz ganz ausdrücklich erwünscht. Auch in Deutschland gibt es Hunde in großen Unternehmen wie XING oder Jimdo.

 

Welche positiven Effekte haben Hunde im Büro?

Sigmund Freud, der große Psychoanalytiker, stellte bereits fest, dass es anscheinend die Not seiner Patienten lindert, wenn sein Hund in der Therapiesitzung anwesend ist. Doch wie kann das für Unternehmen von Vorteil sein?

 

Gerade in der heutigen Zeit, die geprägt ist durch extrem kurze Arbeitszyklen und einen ständigen Zeitdruck ist die psychische Belastung am Arbeitsplatz besonders hoch. Der Mangel an Bewegung und zu wenig Pausen machen das nicht besser. Meiner Meinung nach ist fehlender Sinn bei der Arbeit in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem, welches eben nicht als Primärziel den Nutzen für Mensch, Tier und Natur hat, sondern auf dessen Fahne das Wort "Wachstum" ganz fett geschrieben steht, ein mindestens genauso bedeutender Faktor, der sich in psychischen Beschwerden widerspiegelt. Da Körper und Geist nicht voneinander getrennt existieren ist es nur eine Frage der Zeit bis aus leichten psychischen Stresssymptomen körperliche Krankheiten werden.

 

Diverse Studien belgen mittlerweile, dass Hunde am Arbeitsplatz den Stresslevel und den Blutdruck bei den Mitarbeitern verringern. Das hat vermutlich verschiedene Ursachen:

- Mitarbeiter werden zu kurzen Pausen gezwungen

- Das Bindungshormon Oxytocin wird bei Kontakt mit Hunden ausgeschüttet

- Mitarbeiter bewegen sich mehr

- Kein Zeitdruck mehr den Hund zuhause rechtzeitig zu erlösen

- Mehr Sozialkontakt zu Kollegen

 

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Hunde im Büro im Sinne der Gesundheitsprävention einen sehr hohen Stellenwert haben können. Und nicht nur das: Umfragen ergaben, dass jeder zweite Hundehalter auf eine Gehaltserhöhung zugunsten einer Erlaubnis seines Hundes im Büro verzichten würde. Viele Hundehalter würden ihren Arbeitgeber wechseln, um ihren Hund gelegentlich mit zur Arbeit nehmen zu können.

 

Hunde im Büro sind also ein echtes Personalmarketing-Highlight und kann die Mitarbeiterbindung verstärken.

 

 

Was braucht ein Hund im Büro?

 

Um von all diesen wunderbaren, positiven Auswirkungen von Hunden im Büro zu profitieren sind Grundregeln im Umgang natürlich notwendig. Es muss selbstverständlich Rücksicht auf Menschen mit Tierhaarallergien oder  Angst im Umgang mit Hunden genommen werden. Doch auch unabhängig von diesen Ausschlusskriterien (zumindest wenn im gleichen Raum gearbeitet wird) können ein paar Spielregeln sehr hilfreich sein.

 

1) Jeder Hunde sollte einen festen Ruheplatz haben, der durch eine Decke, Korb o.Ä. gekennzeichnet ist. An diesem Ruheort wird der Hund nicht gestört.

2) Der Hund muss die Möglichkeit haben sich alle 2 bis 3 Stunden zu bewegen. Je nach Bewegungsbedürfnis des Hundes kann das ein kurzer Gang zum Baum oder enstprechend ein Spaziergang mit Beschäftigungsangebot für den Hund sein.

3) Spielen mit anderen Hunden im Büro findet beaufsichtigt und in den Pausen statt. Ansonsten gilt: Arbeitszeit ist Ruhezeit. Hunde haben ein Ruhebedürfnis von etwa 20 Stunden pro Tag - Es ist also nicht schlimm wenn Hunde sich ausruhen sollen, während die Menschen arbeiten.

4) Insbesondere bei mehreren Hunde im Büro sollte jeder Hundehalter ein solides Grundlagenwissen zu Ausdrucksverhalten, Training und allgemeinen Umgang mit Hunden haben.

5) Im besten Fall steht ein Trainer zur Verfügung, der in regelmäßigen Abständen das Unternehmen besucht, um kurze Trainingseinheiten mit Hund und Halter durchzuführen (Hier findet sich natürlich auch ein starker Mitarbeiter-Benefit)

6) Es wird grundsätzlich auf aversive Hilfsmittel (Strom-/Stachelhalsbänder, Ultraschallgeräte und co.) verzichtet.

 

 

Werden Hunde im Unternehmen erlaubt, kann daraus etwas großartiges entstehen. Die vielen positiven Effekte siegen eindeutig gegen mögliche Ängste - Voraussetzung sind jedoch sinnvolle Spielregeln und ein kompetenter Umgang mit Hunden im Büro.

 

Ich freue mich über jedes Unternehmen welches einen Schritt in Richtung Bürohund geht und damit zu einer etwas besseren Welt für Mensch & Hund beiträgt.

 

Hundeherzliche Grüße

Euer Nils

 

 

 

 

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