Eine der wichtigsten Grundregeln im Umgang mit Hunden – Störendes Verhalten von Anfang an vorbeugen!

November 30, 2018

 

Viele störende Verhaltensweisen von Junghunden schaffen sich Hundebesitzer in der Welpenzeit selbst. Wie niedlich die kleinen Racker doch sind, wenn Sie am Bein hochspringen, die ersten Laute in unsere Richtung von sich geben oder das erste Mal probieren unsere Sachen zu klauen…

 

In absehbarer Zeit sind aus den kleinen, süßen Hundewelpen pubertierende Junghunde geworden und einst so niedliche Verhaltensweisen beginnen zunehmend zu stören. Eine einfache Grundregel im Umgang / Training mit Hunden kann viele dieser unerwünschten Verhaltensweisen vorbeugen:

 

! Aufmerksamkeit gibt es für nettes, erwünschtes Verhalten !

 

Das klingt im ersten Augenblick sehr einfach – Ist es auch! Dennoch fällt es den meisten Menschen unglaublich schwer nicht alles zu kommentieren und insbesondere unerwünschtes Verhalten nicht durch Aufmerksamkeit zu verstärken.

 

Ein Beispiel zum verdeutlichen: Ein Welpe kratzt am Bein des Menschen und bekommt dafür Aufmerksamkeit: Er wird gestreichelt, angesprochen oder angeschaut. Selbst wenn der Hundehalter seinen Welpen in dieser Situation „ausschimpft“ (was ich ohnehin nicht empfehle, da es in der Regel 1. keine nachhaltigen Ergebnisse bringt 2. es bessere Lösungen gibt und 3. der Hund meistens nicht weiß worum es eigentlich geht) verstärkt der Hundehalter das Verhalten bei den meisten Hunden durch diese Form der Aufmerksamkeit. Insbesondere dann, wenn im Alltag erwünschtes Verhalten nicht angemessen gewürdigt wird.

 

Und damit haben wir Menschen offenbar unsere Schwierigkeiten. Wir stürzen uns mit voller Energie auf die Situationen, in denen unsere Hunde aus unserer Sicht etwas falsch machen und kommentieren das mit großem Enthusiasmus. Solange alles gut läuft nehmen wir es als selbstverständlich hin. Hier liegt die Ursache für viele Verhaltensauffälligkeiten, die wir schon den kleinen Welpen antrainieren. Vom Anknabbern verschiedener Gegenstände, dem Aufnehmen und Essen von allem Auffindbaren auf der Straße bis hin zum Aufmerksamkeitsbellen.

Mein Tipp:

 

Führt einen Tag lang ein Protokoll über den Umgang mit eurem Hund. Es reicht eine Strichliste, in der auf der einen Seite positives Feedback und auf der anderen Seite negatives Feedback in Richtung Hund gezählt wird. Das Verhältnis sollte hier klar zu Gunsten des positiven Feedbacks (Lob, Belohnung…) ausfallen. Seid ehrlich zu euch – Hier liegt häufig ein großes Potenzial zur Verbesserung der Beziehung zwischen Mensch und Hund.

 

Ganz nebenbei lohnt sich dieses kleine Experiment auch in Bezug auf unsere Mitmenschen. Ihr werdet erstaunt sein wie wenig positive Rückmeldung andere Menschen von euch bekommen. Gerade im Umgang mit Kindern ist diese Bilanz häufig erschreckend – Dabei ist positives Feedback eine gute Basis für ein mutiges, freudiges Entdecken der Welt. Kein Lebewesen verdient es mit folgender Einstellung an die vielen Herausforderungen dieser Welt zu gehen:

 

„Hoffentlich mache ich hier nichts falsch.“

 

Was ihr tun könnt, wenn etwas Unerwünschtes passiert

 

Solange es möglich ist ignoriert das Verhalten. Springt euch ein Welpe an, geht euer Blick weg von ihm und ihr beschäftigt euch in keiner Weise mit dem Welpen – Dazu gehört: Nicht ansprechen, nicht anschauen, nicht anfassen. Wartet ab und seid geduldig, bis euer Welpe euch ein nettes Verhalten anbietet. Viele Welpen setzen sich irgendwann hin – Das ist der richtige Zeitpunkt sich dem Welpen zuzuwenden und Aufmerksamkeit zu schenken. Ebenso erwünscht ist einfach nur neben dem Menschen auf allen 4 Pfoten zu stehen oder sich abzuwenden.

 

Es gibt jedoch Verhaltensweisen, bei denen das Ignorieren keine Option ist. Frisst der Welpe z.B. alles, was er auf dem Weg findet, liegt es natürlich in unserer Verantwortung einzugreifen. Doch das geht eben nicht über Strafe. Wer hier laut schreiend auf den Welpen zu rennt und ihm das alte Brot aus dem Maul reißt wird genau das Gegenteil bewirken: Das, was der Welpe findet, wird immer interessanter und es wird schneller verschluckt (denn der Welpe lernt schnell, dass der Mensch ihm alles Interessante wegnehmen möchte).

 

Eine sinnvolle und langfristige Alternative ist das Abtauschen von begehrten Dingen.

Bleiben wir bei dem Brot-Beispiel: Euer Welpe findet ein Stück Brot - Ihr holt ein besonders leckeres Stück Futter heraus und zeigt es eurem Welpen. Wenn ihr im Vorfeld in diesen Situationen noch nicht über Strafe trainiert habt, wird euer Welpe das Brot ausspucken und sich die leckere Belohnung von euch abholen. Über diesen Einstieg in das Anzeigen von begehrten Dingen kommt ihr im Laufe des Trainings an den Punkt, an dem euer Hund begehrte Dinge auf der Straße nicht mehr frisst, sondern euch darauf aufmerksam macht und sich dadurch eine Belohnung verdient.

 

Hier alle Situationen mit Trainingsansätzen zu beschreiben die in der Welpenzeit auftreten, würde den Rahmen sicherlich sprengen. Ich hoffe jedoch euch zum Nachdenken über den Umgang mit Welpen angeregt zu haben. Viele Situationen könnt ihr euch selbst erschließen, wenn ihr die Regel „Aufmerksamkeit für erwünschtes Verhalten“ beachtet.

 

Wenn ihr konkrete Situationen habt, in denen ihr euch einen Input wünscht, schreibt euer Anliegen einfach in die Kommentare 😊.

 

Euch eine gute Zeit mit euren Hunden.

 

Euer Nils

Teamspirit – Zentrum für Mensch und Hund

Please reload

Our Recent Posts

Hundehasser, Giftköder und Co. – Wir müssen ihnen den Nährboden nehmen!

April 3, 2019

Welpencheckliste mit 8 Tipps für die ersten Wochen. Ein neues Familienmitglied zieht ein...

March 5, 2019

Dein Weg zum sicheren Alltags-Rückruf (TEIL 1)

January 11, 2019

1/1
Please reload

Tags

Teamspirit - Zentrum für Mensch und Hund

Nils Winterfeldt

Glienicker Chaussee 5

16567 Schönfließ

www.teamspirit-menschhund.de

info@teamspirit-menschhund.de

+49 176 203 37 285

©2019 by Teamspirit - Zentrum für Mensch und Hund

Inh. Nils Winterfeldt